The Next Generation

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vom:

01.10.2018

bis:

01.10.2018

Region:

Bremen (de)

Projektthema:

Kulturelle Bildung, Sozialwissenschaftlicher Fokus

Projektart:

Jugendaustausch

Zielgruppe:

Schüler, Jugendliche

Institut:

Bürgerzentrum Neue Vahr e.V.

The Next Generation ist ein Jugendtheatergruppe mit BremerInnen ( mit/ohne Migrationshintergrund und Geflüchtete), die seit 9 Jahren in Bremen inszeniert und aufführt. Im Vordergrund steht die Beteiligung der Jugendlichen, um Tänze, Gesang und Theatertexte aus Ihrer Sicht zu entwickeln. Die Trainer beschränken sich darauf, sie bei der Umsetzung dieser Inhalte mit den von ihnen gewählten künstlerischen Mitteln zu unterstützen. Träger des Projektes ist das Bürgerzentrum Neue Vahr.

Next Generation hat das Ziel eine lokalen Beitrag zu leisten für das Bildungs- und Sprachangebot in Bremen. Der verpflichtende Sprachkurs für geflüchtete Menschen ist sehr theoretisch. Es fehlt den Teilnehmern an Übungsstunden, in denen sie Deutsch sprechen. Auch der Aufenthalt in Übergangswohnheime ist bei der Sprachenbildung eher suboptimal, da sie dort auch selbstverständlich eher ihre Muttersprache sprechen oder sich auf Englisch unterhalten. Wir wollen mit unserem Präventationsprojekt den Jugendlichen mündlichen Sprachpraxis anbieten, in dem wir gezielt in die Übergangswohnheime, Schulen, Kirchen, Moscheen und kulturelle Vereinigungen der Migranten gehen um sie dort bei Interesse mitzunehmen. Auch mündliche Propaganda ist dabei sehr hilfreich, mehr Menschen zu erreichen.

Die einheimischen Jugendlichen sowie die geflüchteten Menschen sollen durch unsere Gruppe Selbstbewusstsein bilden, bei uns einen Schutzraum entwickeln und die Erfahrung machen, dass ihre Vorschläge und Mitarbeit nicht belächelt, sondern ernsthaft besprochen werden und in die jeweiligen Sequenzen mit einfließen. Infolge dessen ist unser Projekt ein Sinnbild für die Verknüpfung von einheimischen Jugendlichen und geflüchteten Menschen. Alle bekommen eine Stimme

Das Projekt findet im Stadtteil Neue Vahr statt. In den 50er Jahren wurde die Neue Vahr komplett neu erbaut, vorwiegend aus Wohnblocks mit vier bis 20 Stockwerken. In den letzten Jahrzehnt hat sich dort ein hoher Migrantenanteil gebildet und ist in Bremen zu einem sozialen Brennpunkt geworden. Die Werkstatttermine finden allesamt im Bürgerzentrum (BZ) Neue Vahr e.V. statt. Mit diesem Anbieter haben wir in den letzten vier Jahren zusammengearbeitet und dadurch ein Bekanntheitsgrad erlangt, dass die Jugendlichen teilweise schon autonom zu uns gelangen. Feste Probetermine sind auf der Internetseite veröffenticht und im BZ Vahr ausgelegt. Um weitere Jugendlichen zu erreichen, sind wir auch in den sozialen Netzwerken aktiv, beispielsweise Facebook oder Instagram.

Des Weiteren ist unsere Projekt auch Werkzeug um Demokratie und Respekt herzustellen. Zurzeit sind wir über 15 verschiedene Nationen und jede Religion ist vertreten.

Ein weiterer Zusammenhang in allen einzelnen Aspekten ist die Persönlichkeitsbildung, die selbst verständlicherweise höher gestellt ist als das Theaterstück. All diese Aspekte weisen auf wie prozessorientiert Theaterpädagogik ist und wie persönliche, soziale und ästhetische Entwicklungen gefördert werden.

Die Neue Vahr ist ein Stadtteil von Bremen, der zu Recht als sozialer Brennpunkt gilt: Überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit, hoher Migrantenanteil (unter den Kindern und Jugendlichen nahe 80%), hohe Kinderarmut (ca. 40%). Entsprechend gering sind die Bildungschancen und die Angebote, in dem Jugendliche ihre eigene Kreativität und Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln können.

Um vor allem die Jugendlichen aufzufangen und Ihnen eine alltägliche Perpektive zu geben, bieten wir achtmal wöchentlich offene Werkstätten unter professioneller Anleitung an. Die Werkstätten konzentrieren sich auf Theater, Tanz, Gesang und Musik. Außerdem werden bei Bedarf, vor großen Auftritten oder bei Wünschen Einzelcoaching angeboten. Bei den Einzelproben werden auch Probleme im Alltag, Familien, Ausbildung und Berufen besprochen.

In diesen Werkstätten bieten wir neu angekommenen Flüchtlinge sofort die Möglichkeit, sich zu beteiligen und mit ihren Stärken, Neigungen und Wünsche sich einzubringen. Die Gruppe der Aktiven bleibt daher offen bis zum Ende des Projektes, die Zahl der Beteiligten ist also nur eine Schätzung. Dass es möglich ist, neue Mitglieder – auch solche ohne Sprachkenntnisse – noch bis kurz vor den Auftritten auf der Bühne zu integrieren, haben wir im Vorprojekt erlebt. Die Theaterstücke sind das Produkt der einzelnen Jugendlichen.

Wichtig dabei ist, dass die Jugendlichen jede Arbeit frewillig mitmachen und selbstständig entscheiden können, in welchem Maße sie sich beteiligen und in welchem Bereich oder Bereichen. Die Werkstätten konzentrieren sich zwar auf die Säulen des Theaterstückes, jedoch haben wir auch eine Kostümbildnerin und Mediendesignerin in unserer Gruppe bei denen die Jugendlichen ohne Probleme mitgestalten können und somit ihren Anteil haben, an unseren Auftritten. Durch deren Arbeit runden sie die Stücke erst ab.

Bei der Arbeit an den eigenen Standpunkten haben die Jugendlichen weitgehend freie Hand, das Leitungsteam wird jedoch darauf achten, dass Toleranz, Solidarität und die Achtung der Menschenrechte die dominierenden Werte bleiben.

Zur Förderung der Gruppenbildung werden, unter anderem, gemeinsame Kochabende organisiert, damit die Jugendlichen untereinander auch bei lockerer Atmosphäre sich kennenlernen und Freundschaften entwickeln, welche die Grenzen von The Next Generation verlassen.

TNG ist des Weiteren mehr als nur eine Theatergruppe. Die Leiterin ist eine kurdische ausgebildete Diplom-Psychologin und ist jederzeit ansprechbar und kann gezielt Tipps zu deren Problemen geben. Um auch Jugendliche zu erreichen, die nicht bei Next Generation mitmachen hat sie feste Sprechtermine.

Gleichzeitig fördern wir den Einstieg in das Ausbildungs- und Berufsleben, in dem wir Tipps bei Bewerbungsformularen geben, Firmen mit den Teilnehmern heraussuchen oder allgemeine Gespräche führen, mit den Thematiken der Zukunftsbildung. Dabei helfen wir beim Bewerbungsprozess, indem die Interessenten Unterstützung bei der Formulierung bekommen sowie können Bewerbungsgespräche vorher simuliert werden. 

Neben der Theatergruppe arbeiten wir aktiv in Schulen und bieten Arbeitsgemeinschaften an. Die Dramapädagogik ist im regulären Fachunterricht noch nicht etabliert. Die größte Schwierigkeit ist dabei die anzutreffende Notengebung, wodurch die Kreativität der Schüler gehemmt wird. Dadurch sind unsere Kurse frei von jeglicher Beurteilung damit wir das gesamte Potenzial der Jugendlichen abrufen können und die Schüler dort abholen wo sie stehen. Der Schüler kann bei der Gestaltung von Szene und Rollen eigenmächtig seinen Lernprozess steuern. Die Teilnehmer bleiben infolgedessen höchst motiviert.

Unser letztes Ziel ist die Jugendlichen zu befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, sich darüber klar zu werden, was sie von ihrem Leben erwarten, wie sie sich einbringen wollen, und ihnen Mittel und Wege zu zeigen, wie sie die gesetzten Ziele erreichen können. Dazu dienen Einzelcoachings und die Arbeit in – anfangs angeleiteten – Kleingruppen.

Unser Projekt, unsere Gruppe, ist seit dem ersten Tag stetig gewachsen. Die Zufriedenheit kann bei uns weniger in konkreten Zahlen, als in dem konstanten Kontakt mit bestehenden und auch ehemaligen Mitgliedern gemessen werden. Mitglieder, die es aufgrund von Beruf, Familie, oder Schule bei uns regelmäßig teilzunehmen kommen trotzdem zu jedem Auftritt, teilen unsere Beiträge und vermitteln Freunde und Bekannte, da sie vollkommen an unsere Idee und das Projekt glauben. Die Zufriedenheit der Aktionen Teilnehmer lässt sich vor allem daran messen, dass sie trotz der hohen Frequenz von proben (Musik, Theater, Tanz insgesamt 7 mal pro Woche an 5 Wochentagen plus Gesamtproben) regelmäßig kommen und uns über Jahre erhalte bleiben.

Viele Teilnehmer, die nach mehreren Projekten andere Erfahrungen machen wollen, kommen nach einer gewissen Zeit zurück. Hauptgrund nach deren Aussagen, ist die Offenheit von Next Generation bei eigenen Komponierungen, Choreos oder das familiäre Miteinander.

Kontaktformular:

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