"Glaub doch, was du willst!" Der Umgang mit religiösen Minderheiten in Deutschland und der Türkei vor dem Hintergrund der Geflüchtetensituation

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vom:

19.01.2020

bis:

26.01.2020

Region:

Hamburg (de)

Region 2:

Yozgat (tr)

Projektthema:

Kulturelle Bildung, Sozialwissenschaftlicher Fokus, Sonstiges

Projektart:

Schüleraustausch, Jugendaustausch

Zielgruppe:

Schüler, Jugendliche

Institut:

aubiko e.V.

Ansprechpartner:

Julia Birnbaum-Crowson

j.birnbaum-crowson@aubiko.de

Angehörige religiöser, ethnischer und anderer Minderheiten werden weltweit tagtäglich Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung. Dass dies auch in Europa immer noch und wieder verstärkt der Fall ist, haben die letzten Jahre seit der Zunahme an Geflüchteten verdeutlicht. Unser Projekt ermöglicht einen deutsch-türkischen Jugendaustausch zum Thema Umgang mit religiösen Minderheiten in Deutschland und der Türkei vor dem Hintergrund der Geflüchtetensituation. Im Zuge unseres Projekts werden zwei Begegnungsreisen stattfinden. Jugendliche aus Deutschland und der Türkei werden sich gegenseitig in Hamburg und Sorgun besuchen, sich über die Situation von religiösen Minderheiten in beiden Ländern informieren, Ausgrenzungs- und Diskriminierungsmechanismen (insbesondere auch in Bezug auf die eigene Wahrnehmung) reflektieren und Antidiskriminierungsstrategien entwickeln und erproben. Die erste Begegnugsreise nach in Hamburg wird vom 19.01.2020 bis zum 26.01.2020 stattfinden.

Members of religious, ethnic and other minorities worldwide are victims of discrimination and exclusion on a daily basis. The fact that this is still and increasingly the case in Europe has been demonstrated in recent years since the increase in refugees. Our project enables a German-Turkish youth exchange about the topic of dealing with religious minorities in Germany and Turkey against the background of the refugee situation. In the course of our project two meeting journeys will take place. Young people from Germany and Turkey will visit each other in Hamburg and Sorgun, inform themselves about the situation of religious minorities in both countries, reflect on exclusion and discrimination mechanisms (especially with regard to their own perception) and develop and test anti-discrimination strategies. The first encounter trip will take place in Hamburg from sunday, 19.01.2020 to sunday, 26.01.2020

Weltweit werden Angehörige religiöser, ethnischer und anderer Minderheiten tagtäglich Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung, auch in Europa. Der politische Diskurs und die gesellschaftliche Reflexion dazu unterscheiden sich dabei in den verschiedenen Ländern Europas deutlich. Deshalb ist es notwendig, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und über dieses Thema als europäisches und soziokulturelles Phänomen zu reflektieren und zu diskutieren. Besonders interessant ist die Länderkombination Deutschland und die Türkei deshalb, weil in beiden Ländern das Thema Religion eine unterschiedliche Rolle spielt, andere religiöse Minderheiten existieren und diese aus unterschiedlichen Gründen diskriminiert und ausgegrenzt werden. Zusätzlich beeinflussen die politischen Beziehungen und Absprachen zwischen beiden Ländern in Bezug auf die ankommenden Geflüchteten die Wahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland und der Türkei. Hierbei gibt es Überschneidungen: Die religiöse Minderheit in einem Land bildet die Mehrheit im anderen und umgekehrt. Das Ziel dieses Projektes ist deshalb die Reflexion des Umgangs mit religiösen Minderheiten, die Auseinandersetzung mit Prozessen von Diskriminierung und Ausgrenzung und die Erarbeitung von Lösungswegen für ein friedliches und akzeptierendes Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.

Zur Vorbereitung der ersten Jugendbegegnung in Hamburg werden beide Gruppen Informationen und Materialien zu religiösen Minderheiten recherchieren, zusammentragen und bearbeiten, um die die jeweils andere Gruppe während der ersten Begegnung über die Situation im eigenen Land zu informieren. Außerdem informieren sich die TN über die aktuelle Situation von Geflüchteten in ihren Ländern und tragen Zahlen und Fakten zusammen.

Anschließend werden die Jugendlichen sich auf der ersten Begegnungsreise in Hamburg treffen und sich eine Woche mit dem Thema religiöse Minderheiten in Deutschland und der Türkei beschäftigen, die vorab recherchierten Informationen präsentieren und sichten, sich mit Ausgrenzungsmechanismen und der eigenen Wahrnehmung beschäftigen und sich bei Treffen und Gesprächen mit Angehörigen religiöser Minderheiten sowie verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren mit unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen. Zum Programm gehören Workshops, beispielsweise mit der Polizei Hamburg, Befragungen von Passant/-innen zu ihren religiösen Erfahrungen und Einstellungen, der Besuch einer Moschee in Hamburg, die Teilnahme am Religionsunterricht einer Hamburger Schule und der Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Auch eine Diskussionsrunde mit Geflüchteten verschiedener Konfessionen sowie mit Initiativen für Geflüchtetenhilfe ist geplant.

Mithilfe dieser Gespräche, des Austausches und der Reflexion verschiedener Perspektiven sollen die TN befähigt werden, gemeinsam Lösungsstrategien zum Umgang mit Ausgrenzungsmechanismen und Diskriminierungssituationen zu erarbeiten. Ebenfalls auf dem Plan stehen die Vorbereitung und Eröffnung einer Ausstellung zum Thema „Religiöse Minderheiten in Deutschland und der Türkei vor dem Hintergrund der Geflüchtetensituation“ im Museum für Völkerkunde in Hamburg.

Die zweite Begegnungsreise wird dann eine Woche in der Türkei stattfinden. Zu Beginn dieser Jugendbegegnung tauschen sich die TN über ihre Erfahrungen bei der Anwendung der erarbeiteten Lösungsstrategien aus und reflektieren gemeinsam ihre Erlebnisse, die damit verbundenen Schwierigkeiten und Konflikte sowie den Umgang damit. Auch in der Türkei sollen dann religiöse Einrichtungen und NGOs besucht werden, um die eigenen Strategien und Kompetenzen anschließend weiterentwickeln, modifizieren und neu justieren zu können.  

Am Ende sollen alle Jugendlichen für sich persönlich Antworten auf wichtige Fragestellungen gefunden haben. 1. Wie verändere ich mein Verhalten, so dass ich niemanden ausgrenze? 2. Was tue ich, wenn ich Zeuge von Ausgrenzungen werde? Wie wirke ich auf die Ausgrenzenden ein? (Mediation) 3. Wie unterstütze ich ausgegrenzte Gruppen? (z.B. Unterstützung einer NGO?)

 

 

All over the world, members of religious, ethnic and other minorities are victims of discrimination and exclusion on a daily basis, also in Europe. The political discourse and social reflection on these issues differ considerably from one country to another in Europe. It is therefore necessary to sit down together at one table and reflect and discuss this topic as a European and socio-cultural phenomenon. The combination of Germany and Turkey is particularly interesting because religion plays a different role in both countries, other religious minorities exist and they are discriminated against and excluded for different reasons. In addition, the political relations and agreements between the two countries with regard to the arriving fugitives influence the perception of the population in Germany and Turkey. There are overlaps: The religious minority in one country forms the majority in the other and vice versa. The aim of this project is therefore to reflect on the treatment of religious minorities, to deal with processes of discrimination and exclusion and to develop solutions for a peaceful and accepting coexistence of people from different cultural backgrounds.

In preparation for the first youth meeting in Hamburg, both groups will research, compile and process information and materials on religious minorities in order to inform the other group about the situation in their own country during the first meeting. In addition, the participants inform themselves about the current situation of refugees in their countries and compile facts and figures.

The young people will then meet on their first encounter trip in Hamburg and spend one week dealing with the topic of religious minorities in Germany and Turkey, presenting and sifting through the previously researched information, dealing with exclusion mechanisms and their own perceptions, and dealing with different perspectives in meetings and discussions with members of religious minorities as well as various social actors. The programme includes workshops, for example with the Hamburg police, interviews with passers-by about their religious experiences and attitudes, a visit to a mosque in Hamburg, participation in religious instruction at a Hamburg school and a visit to the Neuengamme concentration camp memorial site. A discussion round with refugees of different confessions as well as with initiatives for refugee aid is also planned.

With the help of these discussions, exchange and reflection of different perspectives, the participants will be enabled to jointly develop solution strategies for dealing with exclusion mechanisms and discrimination situations. Also on the agenda is the preparation and opening of an exhibition on the theme "Religious minorities in Germany and Turkey against the background of the refugee situation" at the Museum für Völkerkunde in Hamburg.

The second meeting journey will then take place for one week in Turkey. At the beginning of this youth encounter, the participants will exchange their experiences in applying the developed solution strategies and reflect together on their experiences, the difficulties and conflicts associated with them and how to deal with them. Also in Turkey religious institutions and NGOs are to be visited then, in order to be able to develop further, modify and adjust the own strategies and competencies afterwards. 

In the end, all young people should have personally found answers to important questions. 1 How do I change my behaviour so that I do not exclude anyone? 2. What do I do when I witness exclusion? How do I influence those who are excluded? (Mediation) 3 How do I support excluded groups? (e.g. support of an NGO?)

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